Chronik der Tischtennisabteilung
Im Rosenheimer Landkreis wird als einer der ersten Vereinen beim SB DJK Rosenheim Tischtennis gespielt, denn kurz nach dem Krieg, 1948, wurde die Abteilung gegründet aus dem Zusammenschluss der katholischen Jugend von St. Nikolaus und Christkönig. Die erste Mannschaft wurde von den Gebrüdern Finsterwalder, Berchtenbreiter, Heiner Koula, Brandmüller, Axthammer, Pernleitner und Wax gebildet. Schon drei Jahre später maß man sich mit anderen Vereinen um Punkte, erst in der Bezirksliga, ab 1953 eine Klasse höher in der Landesliga. Unbestrittener „Star“ der Mannschaft war damals Heiner Koula, der mit seinem Bruder Siegfried eins der Gründungsmitglieder war. Die Koulas gehörten in den Folgejahren zu den besten Akteuren in der Landesliga und stiegen in die Bayerische Sonderklasse 1 auf. Heiner wurde sogar zehnmal nacheinander Rosenheimer Stadtmeister und durfte 1957/58 sogar an den Deutschen Einzelmeisterschaften teilnehmen. Aus den zarten Anfängen wurde ein regelrechter Höhenflug. 1962 folgte der Aufstieg in die Oberliga (natürlich nicht bundesweit), die damals die höchste Liga in Deutschland war. Bereits in der folgenden Saison schaffte man Platz Zwei in der Oberliga und qualifizierte sich für die Süddeutsche Endrunde, in der ein hervorragender dritter Platz heraussprang. Die Belohnung: ein Tischtennis-Länderspiel gegen Japan 1963 in Rosenheim, bei dem 1.100 Zuschauer und auch das Fernsehen das Spektakel im Hotel Hofbräu verfolgten. Weitere Berichte und Übertragungen folgten in diversen Sportsendungen. Aufgrund der gezeigten Leistungen und weil auch durch eine intensive Jugendarbeit Rosenheim sehr präsent war (die Jugendmannschaft wurde Anfang der 60er Jahre dreimal in Folge Bayerischer Meister), wurde der SB DJK in der neu geschaffenen Süddeutschen Oberliga 1963/64 als Gründungsmitglied aufgenommen und konnte diese Klasse auch sieben Jahre lang halten.
Anfang der „Wilden Siebziger“ endete fürs Erste der Höhenflug des Rosenheimer Tischtennis, auch weil in dieser Zeit die Jugend vielleicht andere Prioritäten setzte. Fast zwanzig Jahre lang spielte man mit wechselndem Erfolg einige Levels tiefer. Der Fußball und vor allem das Eishockey waren in der Rosenheimer Sportszene (und auch ab 1978 im SB DJK) wesentlich präsenter.
Ende der Achtziger fand eine Art Generationswechsel statt. Angetrieben von neuen starken Spielern und "Machern" wie Udo Gebhardt, Manfred Schulze und Martin Stemberger schaffte die 1. Mannschaft wieder die Rückkehr in die Bayernliga. Von den höchsten Leveln wie in den Glanzzeiten in den Sechzigern war allerdings nicht mehr die Rede, auch wenn 1990/91 als erster ausländischer Spitzenspieler der tschechische Nationalspieler Miroslav Schenk in Rosenheim „aufschlug“ und ein Jahr später mit Thomas Wetzel vom damaligen Zweitligisten ATSV Saarbrücken ein Spieler der gehobenen Qualität verpflichtet werden konnte. Mit diesen beiden und dem einheimischen „Stammpersonal“ gelang 1994/95 der Aufstieg in die Regionalliga (damals 3. Liga in Deutschland). Und weil es am „Unterbau“ auch nicht fehlte, stieg auch die im Lauf der Zeit etablierte 2. Mannschaft in die Landesliga auf.
In den Neunzigern gab es dann ein Auf und Ab zwischen Regional- und Oberliga, ab 1998 folgte die nächste Stabilitätsphase, als man sieben Jahre lang die Regionalliga halten konnte. Kern und Leistungsträger der Mannschaft waren die einheimischen Spieler Thomas Wetzel, Engelbert Sperr und Wolfgang Hundhammer. Trotz der zunehmenden Professionalisierung des Tischtennissports deutschlandweit gelang es Hundhammer als Mannschaftsführer, mit begrenzte finanzielle Mittel und wechselnder Besetzung noch weitere Jahre bis 2018 in den hohen Ligen (Ober- und Regionalliga) zu bestehen. Ein Höhepunkt dabei war zweifellos ein 3. Platz in der Saison 2016/17, in der man sogar lange Zeit um den Aufstieg in die 3. Bundesliga mitspielen konnte. In diesen erfolgreichen Jahren schlugen u. a. mit Istvan Toth, Zsolt Hollo, Adam Pattantyus (alle Ungarn), Jozef Wiltschka (Tschechei), Fjodor Kuzmin (Russland), Francisco Sanchi und Horatio Cifuentes (beide Argentinien) viele ausländische Nationalspieler, sowie die deutschen Jugend-Top-Spieler Philipp Floritz und Felix Wetzel für den Sportbund auf.
Gegenwärtig ist es nicht nur sportlich, sondern auch wirtschaftlich und organisatorisch so gut wie unmöglich, Tischtennis in einer der höchsten (Profi-)Ligen zu spielen und zu finanzieren. Daher legt die Abteilungsführung unter Wolfgang Hundhammer und Bernhard Bruckner seit geraumer Zeit neben dem Herrenbereich sehr großes Augenmerk auf die Jugendarbeit. Stichwort „Breite statt Spitze“. In der Saison 2018/19 konnten gleich alle drei Jugendmannschaften in ihrer Liga Meister werden. In der Saison 2023/24 erreichte bei den Bayerischen Minimeisterschaften in der Altersklasse 3 Vincent Chikov den 8. Platz und in der Altersklasse 2 holte sich Paul Kamper den 6. Platz. Durchschnittlich sind zu der Zeit ca. 25 Kinder dienstags und freitags im Jugendtraining. Vielleicht die Stammspieler von morgen oder aber auch „nur“ Anhänger einer Spaß machenden und gesunden Freizeitbeschäftigung, bei der die Kids nicht nur den Körper, sondern auch die Persönlichkeit und soziale Kompetenz entwickeln können. Mit Gerhard Deckert konnte ein weiterer erfahrener Trainer gewonnen werden, um die Kinder und Jugendlichen bestmöglichst zu fördern.
In der Saison 2023/24 war der SBR mit drei Herrenmannschaften (zwischen Bezirksklasse und Verbandsliga) und drei Jugendmannschaften (zwischen Bezirksklasse und Bezirksliga) am Start. Die Abteilung besteht zu der Zeit aus ca. 75 Mitgliedern, wobei sich die Erwachsenen und die Jugendlichen in etwa die Waage halten.
In der darauffolgenden Saison 2024/25 konnte zwar noch eine Verbandsligamannschaft gemeldet werden, aber zu Saisonbeginn musste die Abteilungsleitung schweren Herzens aus verschiedensten Gründen die erste Mannschaft leider abmelden und bis in die Bezirksklasse A zurückziehen. Damit ging eine fast durchgehende Ära in den höchsten bayerischen/deutschen Spielklassen vorerst beim Sportbund Rosenheim zu Ende.
Die Abteilungsleitung unter Wolfgang Hundhammer und Bernhard Bruckner hat es durch den vor einigen Jahren begonnenen Umbau aber geschafft, den Unterbau der Abteilung zu festigen und auch weiter auszubauen, so dass die Zukunft des Tischtennis beim SBR auf lange Sicht gesichert ist und eine Rückkehr in die höheren Ligen wieder erreichbar werden wird. Im Erwachsenenbereich wie auch bei der Jugend stiegen die Mitgliederzahlen im Jahr 2025 auf über 100 an. Der Hobby-Tischtennis-Bereich kommt ebenfalls stark in Schwung. Aus dem Hobby-Bereich konnten jetzt auch schon einige Spieler in den Spielbetrieb wechseln. In der Saison 2025/2026 startet der SBR seit längerem wieder mit 4 Mannschaften, vertreten in den Bezirksklasse A-D. Im Jugendbereich ist der SBR erstmalig in der Geschichte mit 5 Mannschaften, von der Bezirksklasse B bis in die Bezirksliga, vertreten.